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Lohnsteuer

Die Lohnsteuer bezeichnet in Deutschland den Teil der Einkommensteuer, der bei Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit direkt vom Arbeitsentgelt einbehalten wird. Sie wird erhoben, wenn der Arbeitslohn von einem Arbeitgeber gezahlt wi…

Lohnsteuer: Was vom Bruttogehalt abgezogen wird

Die Lohnsteuer ist eine der wichtigsten Abgaben auf der Gehaltsabrechnung. Sie wird direkt vom Arbeitslohn einbehalten und vom Arbeitgeber an das Finanzamt abgeführt. Für Arbeitnehmer ist sie deshalb ein zentraler Faktor bei der Berechnung des Nettogehalts.

Grundsätzlich ist der Arbeitnehmer Schuldner der Lohnsteuer. Der Arbeitgeber ist jedoch dafür verantwortlich, die Lohnsteuer korrekt einzubehalten und abzuführen. Die Lohnsteuer wird auf Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit erhoben, also zum Beispiel auf Gehalt, Lohn, Sachbezüge oder geldwerte Vorteile.

Was ist Lohnsteuer?

Die Lohnsteuer ist keine zusätzliche Steuer neben der Einkommensteuer, sondern eine besondere Erhebungsform der Einkommensteuer bei Arbeitnehmern. Sie wird bereits während des Jahres monatlich vom Bruttogehalt abgezogen.

Am Jahresende kann über die Einkommensteuererklärung geprüft werden, ob zu viel oder zu wenig Lohnsteuer gezahlt wurde. Zu viel einbehaltene Lohnsteuer kann erstattet werden, zu wenig gezahlte Steuer kann nachgefordert werden.

Wie wird die Lohnsteuer berechnet?

Die Höhe der Lohnsteuer hängt vor allem vom steuerpflichtigen Arbeitslohn und den persönlichen Besteuerungsmerkmalen ab. Dazu gehören insbesondere:

  • Bruttogehalt

  • Steuerklasse

  • Kinderfreibeträge

  • Kirchensteuermerkmal

  • Freibeträge

  • Hinzurechnungsbeträge

  • Vorsorgeaufwendungen

  • Beschäftigungsart

Die Steuerklasse spielt dabei eine besonders große Rolle. Sie bestimmt, ob der Grundtarif oder das Splitting-Verfahren angewendet wird und welche Frei- und Pauschbeträge beim laufenden Lohnsteuerabzug berücksichtigt werden.

Lohnsteuer und Steuerklassen

Die Steuerklasse beeinflusst, wie viel Lohnsteuer monatlich vom Gehalt abgezogen wird. Besonders relevant ist das bei Ehepaaren, Alleinerziehenden oder mehreren Beschäftigungsverhältnissen.

Steuerklasse

Typische Situation

Wirkung auf die Lohnsteuer

I

ledig, geschieden, verwitwet

normaler Steuerabzug

II

Alleinerziehende

günstiger als Steuerklasse I

III

verheiratet, höheres Einkommen

meist niedriger Steuerabzug

IV

verheiratet, ähnliche Einkommen

ähnlich wie Steuerklasse I

IV mit Faktor

verheiratet, gerechtere Verteilung

genauere monatliche Steuerverteilung

V

verheiratet, geringeres Einkommen

hoher Steuerabzug

VI

zweiter oder weiterer Job

höchster Steuerabzug

Wichtig: Die Steuerklasse verändert nicht die Sozialversicherungsbeiträge. Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung werden unabhängig von der Steuerklasse berechnet.

Grundfreibetrag 2026

Ein Teil des Einkommens bleibt steuerfrei. Dieser Betrag heißt Grundfreibetrag. Für 2026 wurde der Grundfreibetrag auf 12.348 Euro angehoben. Damit soll das steuerliche Existenzminimum steuerfrei bleiben.

Jahr

Grundfreibetrag

2025

12.096 €

2026

12.348 €

Der Grundfreibetrag bedeutet aber nicht, dass erst ab diesem Betrag monatlich Lohnsteuer abgezogen wird. Die tatsächliche Lohnsteuerberechnung berücksichtigt weitere Faktoren wie Vorsorgepauschale, Steuerklasse und laufenden Arbeitslohn.

Lohnsteuer und Kinderfreibeträge

Kinderfreibeträge wirken sich beim monatlichen Lohnsteuerabzug anders aus, als viele denken. Laut BMF-Rechner beeinflussen Kinderfreibeträge beim laufenden Lohnsteuerabzug nicht direkt die Höhe der Lohnsteuer. Sie wirken sich aber auf den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer aus.

Für 2026 beträgt der Kinderfreibetrag zusammen mit dem Freibetrag für Betreuung, Erziehung oder Ausbildung insgesamt 9.756 Euro pro Kind.

Lohnsteuer und Brutto-Netto-Rechner

Im Brutto-Netto-Rechner ist die Lohnsteuer einer der wichtigsten Abzugsposten. Für eine realistische Berechnung sollten diese Angaben korrekt eingetragen werden:

  • Bruttogehalt

  • Steuerklasse

  • Bundesland

  • Kirchensteuer ja oder nein

  • Kinderfreibeträge

  • gesetzliche oder private Krankenversicherung

  • Zusatzbeitrag der Krankenkasse

  • Alter

  • Beschäftigungsart

Schon kleine Änderungen können das Netto beeinflussen. Besonders stark wirken sich Steuerklasse, Bruttogehalt und Kirchensteuer aus.

Beispiel: Lohnsteuer bei 3.500 Euro brutto

Ein Arbeitnehmer verdient 3.500 Euro brutto im Monat und ist in Steuerklasse I. Vom Bruttogehalt werden Sozialabgaben und je nach persönlicher Situation Lohnsteuer abgezogen.

Die genaue Lohnsteuer hängt unter anderem ab von:

  • Steuerklasse

  • Bundesland

  • Kirchensteuerpflicht

  • Kinderfreibeträgen

  • Freibeträgen

  • Krankenversicherungsstatus

Deshalb sollte die Lohnsteuer nicht pauschal geschätzt, sondern mit einem aktuellen Brutto-Netto-Rechner berechnet werden.

Unterschied zwischen Lohnsteuer und Einkommensteuer

Die Lohnsteuer wird direkt vom Arbeitgeber einbehalten. Die Einkommensteuer wird dagegen im Rahmen der Steuererklärung vom Finanzamt festgesetzt.

Vereinfacht gesagt:

Begriff

Bedeutung

Lohnsteuer

monatlicher Steuerabzug vom Arbeitslohn

Einkommensteuer

endgültige Steuer auf das Jahreseinkommen

Steuererklärung

Abgleich zwischen gezahlter Lohnsteuer und tatsächlicher Einkommensteuer

Die bereits gezahlte Lohnsteuer wird später auf die festgesetzte Einkommensteuer angerechnet.

Was sind ELStAM?

ELStAM steht für Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale. Diese Daten werden dem Arbeitgeber elektronisch bereitgestellt und sind Grundlage für die Lohnabrechnung. Dazu gehören unter anderem Steuerklasse, Kinderfreibeträge und Kirchensteuermerkmal.

Wenn sich persönliche Daten ändern, zum Beispiel durch Heirat, Geburt eines Kindes, Trennung oder Kirchenaustritt, können sich auch die Lohnsteuerabzugsmerkmale ändern.

Wann kann sich die Lohnsteuer ändern?

Die monatliche Lohnsteuer kann sich verändern, wenn sich wichtige Angaben ändern. Typische Fälle sind:

  • Gehaltserhöhung

  • Steuerklassenwechsel

  • Heirat

  • Trennung oder Scheidung

  • Geburt eines Kindes

  • Kircheneintritt oder Kirchenaustritt

  • Eintragung eines Freibetrags

  • zweiter Job

  • Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld oder Bonus

Gerade bei Sonderzahlungen kann die Lohnsteuer im Auszahlungsmonat deutlich höher wirken, weil Einmalzahlungen steuerlich anders berechnet werden als laufender Arbeitslohn.

Häufige Fragen zur Lohnsteuer

Was ist Lohnsteuer?

Lohnsteuer ist die Steuer, die direkt vom Arbeitslohn einbehalten wird. Der Arbeitgeber führt sie an das Finanzamt ab.

Wer zahlt Lohnsteuer?

Grundsätzlich schuldet der Arbeitnehmer die Lohnsteuer. Der Arbeitgeber muss sie aber korrekt vom Lohn einbehalten und abführen.

Wird Lohnsteuer vom Brutto oder Netto berechnet?

Die Lohnsteuer wird auf Grundlage des steuerpflichtigen Arbeitslohns berechnet. Sie wird vom Bruttogehalt abgezogen und mindert dadurch das Netto.

Welche Rolle spielt die Steuerklasse?

Die Steuerklasse beeinflusst die Höhe der monatlichen Lohnsteuer. Sie ist besonders wichtig bei Singles, Ehepaaren, Alleinerziehenden und mehreren Jobs.

Was ist der Grundfreibetrag 2026?

Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro. Einkommen bis zu diesem Betrag bleibt im Grundsatz steuerfrei.

Senken Kinderfreibeträge die monatliche Lohnsteuer?

Beim laufenden Lohnsteuerabzug wirken sich Kinderfreibeträge nicht direkt auf die Lohnsteuer aus. Sie beeinflussen aber Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.

Warum bekomme ich über die Steuererklärung Geld zurück?

Eine Erstattung ist möglich, wenn im Laufe des Jahres zu viel Lohnsteuer einbehalten wurde. Das kann zum Beispiel durch Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen passieren.